Das Krankenhaus Bethanien in Solingen hat zum 1. März 2026 eine neue Funktion eingerichtet: Michael Wied ist seither als Klimamanager tätig und verantwortet den Aufbau eines systematischen Klimaschutzmanagements für das Krankenhaus. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck des Hauses zu ermitteln, Einsparpotenziale zu identifizieren und konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu entwickeln und umzusetzen – bei gleichbleibend hoher Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten.
Energieintensive Bereiche im Fokus
Ein einzelnes Krankenhausbett verbraucht pro Jahr rund 10.000 kWh Strom – so viel wie drei bis vier Einfamilienhäuser. Beim Krankenhaus Bethanien mit seinen 138 Betten summiert sich das auf den Jahresstromverbrauch von rund 460 Haushalten. Ursache ist der Dauerbetrieb rund um die Uhr: Intensivstation, Weaningzentrum, Beatmungsmedizin, thorakale Endoskopie – sämtliche Bereiche laufen ohne Unterbrechung, mit hochspezialisierter Medizintechnik, aufwändigen Lüftungs- und Kühlsystemen sowie strengen Hygieneanforderungen. „Und das ist nur der Stromverbrauch“, sagt Michael Wied. „Von Wärmeerzeugung und Wasserverbrauch haben wir an dieser Stelle noch nicht gesprochen.“ Effizienz und Nachhaltigkeit auf ein Optimum zu bringen, ist deshalb sowohl eine ökologische als auch eine wirtschaftliche Aufgabe.
Michael Wied beginnt seine Arbeit mit der Erstellung einer umfassenden Treibhausgasbilanz. Dafür führt er derzeit Gespräche in allen relevanten Bereichen des Hauses und erfasst die Bestandssituation zum Beispiel beim Energiemanagement, bei Lüftungssystemen, in der Küche, beim Einkauf, im Hygienemanagement und bei Verpackungen. Aus dieser Analyse leitet er einen Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Zielen ab.
Klimaschutz als Teamaufgabe
Die Maßnahmen, die aus der Bilanz entstehen, sollen in enger Abstimmung mit der Betriebsleitung des Krankenhauses und der Geschäftsführung der Diakonie Bethanien umgesetzt werden. Viele Projekte lassen sich dabei nur gemeinsam mit den Fachbereichen, Stationen, der Technik und der Verwaltung realisieren. „Neben baulichen und technischen Maßnahmen können wir alle schon mit kleinen Mitteln einiges für das Klima und damit die Zukunft unseres Planeten tun“, erklärt Michael Wied. „Ich freue mich darauf, den ein oder anderen zur Mitarbeit zu begeistern und hin und wieder kleine Klimaschutz-Impulse zu setzen.“
Schöpfungsverantwortung als Teil des Leitbilds
Für die Diakonie Bethanien als Trägerin des Krankenhauses ist das Engagement kein rein betriebswirtschaftlicher Schritt. Die Bewahrung der Schöpfung ist im Leitbild des Unternehmens verankert. „Als diakonisches Unternehmen tragen wir Verantwortung für die Menschen, die wir versorgen – und für die Welt, in der wir das tun“, erklärt Kai Goetze, Geschäftsführer des Krankenhauses Bethanien. „Mit dem aktiven Klimamanagement machen wir diese Haltung jetzt auch strukturell sichtbar.“
Die Konzepterstellung sowie die damit verbundene Schaffung einer Stelle für das Klimamanagement wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) im Rahmen der Kommunalrichtlinie gefördert.
