Unser Menschenbild
Leben heißt dem anderen leben helfen. Hermann Bezzel
Leben als Geschenk
Die Bibel bezeichnet Gott als „Quelle des Lebens“. Kein Mensch hat sich das Leben selbst gegeben, es ist ihm gegeben worden. Leben ist Geschenk, nicht machbar und nicht verfügbar. Wir wollen das Staunen über das Geheimnis des Lebens nicht verlernen und dem Leben als Gabe Gottes mit großer Ehrfurcht begegnen. Unsere Aufgabe ist, Leben zu erhalten, zu schützen, zu pflegen und zu seiner Entfaltung beizutragen.
Von Gott gewollt
Wir sind überzeugt, dass jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt sowie mit seinen Begabungen und Begrenzungen einmalig ist. Unsere zwischenmenschlichen Begegnungen sollen von dieser Gewissheit bestimmt werden.
Die biblische Aussage, dass der Mensch zum „Bild Gottes“ geschaffen ist, weist uns darauf hin, dass menschliches Leben nur in der Bindung an Gott zur höchsten Entfaltung kommen kann. Deshalb laden wir ein, mit Gott zu leben.
Als Geschöpf Gottes hat jeder Mensch einen unendlichen Wert und eine unverlierbare Würde. Auch Alter, Krankheit, Schuld sowie geistige, körperliche und psychische Behinderung mindern seinen Wert und seine Würde nicht.
Menschliche Schuld
Wir wissen, dass wir als Menschen immer wieder versagen und sowohl dem Anspruch Gottes als auch dem berechtigten Anspruch anderer Menschen nicht gerecht werden. Die biblische Rede von der Sünde des Menschen hilft uns, angemessen mit unserer eigenen Schuld und mit der Schuld anderer Menschen umzugehen. Schuld darf nicht geleugnet werden, sie muss vor Gott und vor Menschen zur Sprache gebracht werden. Wir sind darauf angewiesen, dass Gott uns aufgrund des Leidens und Sterbens Jesu Christi unsere Schuld vergibt. Menschliche Gemeinschaft lebt von der Bereitschaft des Schuldiggewordenen, begangene Fehler einzugestehen und von der Bereitschaft des durch die Schuld Betroffenen, dem Schuldigen zu vergeben.
Die Einheit des Menschen
Wir sehen den Menschen mit seinen vielfältigen leiblichen, seelischen und geistigen Bedürfnissen sowie in seinen Beziehungen zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu Gott als Einheit. In den einzelnen Lebensbereichen möchten wir zur Entfaltung und Reifung der Persönlichkeit beitragen. Ebenso möchten wir helfen, Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.
Begegnung in Liebe und Achtung
Wir verstehen die Gäste, Bewohner und Patienten unserer Einrichtungen als mündige Menschen und möchten ihnen–unter Berücksichtigung der persönlichen Lebensgeschichte–mit Liebe, Achtung und Wertschätzung begegnen. Die jeweiligen individuellen Bedürfnisse nehmen wir ernst.
