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Diakonisches Werk Bethanien

Gedanken zur Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

(Hesekiel 36, 26)

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner, liebe Angehörige, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Die von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) ausgewählte Losung für das Jahr 2017 ist außerordentlich ermutigend. Wir denken oft: So bin ich eben, daran – also: an mir! – ist nichts zu ändern. Wir resignieren, weil wir sind, wie wir sind. Genau hier widerspricht Gott. Er sagt: An dir ist doch etwas zu verändern, ganz viel sogar. Du musst nicht bleiben, wie du bist. Ich kann dir ein neues Herz schenken und einen neuen Geist in dich legen! Ermutigend – dieser Widerspruch Gottes. Er lässt uns nicht in unserer Resignation „sitzen“. Veränderung ist möglich.

Das Herz – was ist damit gemeint?

Wenn die Bibel vom menschlichen Herzen spricht, dann ist das Innerste der Person gemeint. Das Herz kann verständig oder unverständig sein (5. Mose 29,3), es kann betrübt oder fröhlich sein (1. Samuel 1,8; 2,1), es kann verlangen und begehren (Psalm 20,5). Das Herz ist das zentrale und entscheidende Lebensorgan, es ist Zentrum des Denkens, Fühlens und Wollens. Ja, alles hat mit unserem Herzen zu tun! „Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben“, lautet deshalb die Aufforderung im Buch der Sprüche (4,23).

Das Herz – wie sieht es darin aus?

Aber wie steuert nun das Herz als Zentrum meiner Person mein Denken, Fühlen und Wollen? Was geht von diesem Zentrum aus? Die Antworten der Bibel auf diese Frage sind nicht gerade schmeichelhaft. „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf“, lesen wir im ersten Mosebuch (8,21). Das Herz ist ein „trotzig und verzagt Ding“, sagt der Prophet Jeremia (17,9). „Aus dem Herzen kommen böse Gedanken“, sagt Jesus (Matthäus 15,19). So sieht es also in unserem Innersten aus!? So werden wir gesteuert!? Abgründe tun sich auf. Wir ahnen, dass Neid und Missgunst, Streit und Krieg nicht nur mit bestimmten Situationen und Konstellationen, sondern zutiefst mit dem menschlichen Herzen zu tun haben.

Das Herz – wie kann es neu werden?

Die Jahreslosung spricht nicht nur davon, dass Gott ein neues Herz und einen neuen Geist schenken kann, sie spricht davon, dass er es tut. Wie denn? Alles, was Gott an einem Menschen tut, tut er, indem er ihm begegnet. Es geht um die lebendige Beziehung zu dem lebendigen Gott. Die Erneuerung des Herzens und des Geistes ist Folge der Erneuerung der Beziehung zu Gott, und diese Erneuerung beginnt damit, dass wir neu staunen über die Zuwendung des heiligen und allmächtigen Gottes zu uns. In der Krippe, in der Jesus liegt, und am Kreuz, an dem Jesus hängt, ist diese Zuwendung zu sehen: So ist Gott! So nah bei uns! So sehr für uns! „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist“, schreibt Paulus im Römerbrief (Römer 5,5b). So gibt Gott ein neues Herz und einen neuen Geist. Das neue Herz ist das mit Gottes Liebe gefüllte Herz. Der neue Geist ist der Geist der Liebe Gottes.

Ein Liedtext, entstanden in der Kommunität Gnadenthal, ist die passende menschliche Antwort auf die ermutigende göttliche Verheißung:

Herr, füll mich neu, füll mich neu mit deinem Geiste, der mich belebt, und zu dir, mein Gott hinziehet! Herr, füll mich neu, füll mich neu mit deiner Liebe, die bei dir bleibt und mit Freuden Lasten träget! Herr, füll mich neu, füll mich neu mit deiner Freude, die überströmt und in Lob und Preis dich rühmet! Hier bin ich vor dir. Leer sind meine Hände. Herr, füll mich ganz mit dir!

Ich wünsche Ihnen viele gute Erfahrungen im neuen Jahr und grüße Sie ganz herzlich!

Ihr
Pastor Otto Imhof
Vorstandsvorsitzender und Direktor des Diakonischen Werkes Bethanien

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