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Diakonisches Werk Bethanien

Eine Anleitung zur Meditation der Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21, 6)

 

Umsonst

Hören wir zuerst auf das letzte Wort des göttlichen Versprechens: umsonst. Ist es nicht  schön, etwas umsonst zu bekommen? Grundsätzlich ja. Aber was bekommt man eigentlich umsonst? Oft nur Wertloses! Umsonst wird uns etwas „nachgeworfen“. Aus Höflichkeit nehmen wir es an, zu Hause wird, was uns nachgeworfen wurde, sofort weggeworfen. Nicht zu gebrauchen, völlig überflüssig, umsonst!

Aber noch ganz andere „Dinge“ bekommen wir umsonst. Solche nämlich, die ganz und gar nicht wertlos, sondern  außerordentlich wertvoll sind. Sie sind unbezahlbar, weil sie nicht käuflich sind. Glück zum Beispiel – ein hohes Gut, unbezahlbar, nicht käuflich! Friede und Zufriedenheit, Ruhe und Gelassenheit, Begeisterung und Antriebskraft, Erfüllung und Sinn, Vertrauen und Geborgenheit – unbezahlbare, nicht käufliche, aber unendlich wertvolle Güter! Wenn sie in unserem Leben fehlen, vermissen wir sie schmerzhaft. Entdecken wir sie in unserem Leben, freuen wir uns und merken, dass wir sie nicht erarbeitet, sondern empfangen haben. Staunend und dankbar nehmen wir wahr, dass sie uns geschenkt wurden.

 

Quelle

Betrachten wir das Wort in der Mitte der göttlichen Zusage: Quelle.  Im Alten Testament wird Gott die lebendige Quelle (Jeremia 2, 13) und die Quelle des Lebens (Psalm 36, 10) genannt. Im Neuen Testament lesen wir, dass Jesus Christus, in dem Gott Mensch geworden ist, sagt: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt“ (Johannes 4, 14).

Vielleicht erinnern Sie sich an eine Quelle, die Sie während eines Waldspaziergangs  sahen. Aus der Tiefe der Erde kommt Wasser. Die Quelle sprudelt und sprudelt und sprudelt. Faszinierend! Faszinierend ist auch der in Jesus Christus sichtbare Gott, die Quelle des Lebens. Großartig ist sein Versprechen, uns von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst zu geben.

 

Durstig

Gehen wir nun zum Anfang der Jahreslosung. Als Durstige werden wir angesprochen. In der Heiligen Schrift begegnen uns Menschen, die ihrem Durst nach Gott Ausdruck verleihen: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott“ (Psalm 42, 3). „Es dürstet meine Seele nach dir, mein Leib verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist“ (Psalm 63, 2). Wenn wir unseren Durst nach Gott spüren, dann spüren wir auch, wie wohltuend das ist, was Gott verspricht. Unsere höchste und tiefste Sehnsucht geht nicht ins Leere. Gott will uns von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst geben.

 

Trinken

Nun sind wir dran. Gott gibt umsonst von der Quelle des lebendigen Wassers. Trinken müssen wir. Davon spricht das letzte Kapitel der Offenbarung (22, 17): „Wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“

Von  Martin Luther stammt ein Gebet, das ich gerne nachspreche und mit dem ich aus der Quelle des lebendigen Wassers trinke:

Siehe, Herr, ich bin ein leeres Gefäß, das bedarf sehr, dass man es fülle. Mein Herr, fülle es. Ich bin schwach im Glauben, stärke mich. Ich bin kalt in der Liebe, wärme mich und mache mich heiß, dass meine Liebe herausfließe auf meinen Nächsten. Ich habe keinen festen, starken Glauben, ich zweifle zuzeiten und kann dir nicht völlig vertrauen. Ach, Herr, hilf mir, mehre meinen Glauben und das Vertrauen, Alles, was ich habe, ist in dir beschlossen. Amen.

Pastor Otto Imhof

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